Pressemitteilung vom 12. März 2010

Berliner Kinderschutzbund: 

Aufnahme von Kinderrechten in die Landesverfassung ist richtiger Schritt

Der Berliner Kinderschutzbund begrüßt die Verankerung der Kinderrechte in der Landesverfassung von Berlin. „Wie freuen uns, dass die Kinderrechte endlich in die Berliner Verfassung aufgenommen werden. Damit verändert sich die Situation von Kindern zwar nicht von jetzt auf gleich. Aber zukünftig müssen die Interessen der Kinder quer durch alle Ressorts berücksichtigt werden - vom Städtebau bis hin zur besseren Förderung der Kinder in Kitas und Schulen“, sagte Ulrike Leyh, erste Vorsitzende des Berliner Kinderschutzbundes.
 
„Als Kinderschutzbund hätten wir uns jedoch gewünscht, dass das Berliner Abgeordnetenhaus auch das Recht auf Bildung, die altersgemäße Beteiligung sowie die Vorrangstellung des Kindeswohls mit in die Berliner Verfassung aufgenommen hätte. Aber dennoch ist der Antrag ein Schritt in die richtige Richtung“, so Ulrike Leyh weiter.
 
Im Herbst vergangenen Jahres hatte der Berliner Kinderschutzbund eine Umfrage zum Thema „Kinderrechte“ durchgeführt. Teilgenommen hatten 246 Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren. Dabei kam heraus, dass knapp 30% der befragten Mädchen und über 20 % der Jungen nicht wussten, dass die Kinderrechte für alle Kinder gelten. Fast 30% der befragten Kinder waren überzeugt, dass ihre Eltern sie schlagen dürfen.
 
„Wir hoffen nun, dass sich die Bundesregierung ein Beispiel am Land Berlin nimmt und die Kinderrechte endlich auch im Grundgesetz ihren Platz bekommen“, sagte Ulrike Leyh abschließend.
 
Am 20. November 1989 verabschiedete die UN-Generalversammlung das Übereinkommen über die Rechte des Kindes. Deutschland unterzeichnete das Papier 1992 unter Vorbehalt. Seitdem kämpft der Deutsche Kinderschutzbund für die Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz sowie in die entsprechenden Landesverfassungen.
 

Elternkurs „Starke Eltern – Starke Kinder ®“
auch bei Müttern mit Migrationshintergrund
gefragt

Der Berliner Kinderschutzbund freut sich über den großen Anklang seines Elternkurses „Starke Eltern – Starke Kinder ®“ bei den Kreuzberger Stadtteilmüttern. „Wir sind begeistert, dass der Kurs bei Eltern mit türkischen und arabischen Wurzeln so gut ankommt“, so Katrin Hentze, Koordinatorin der Kurse beim Berliner Kinderschutzbund.

„Nicht erst seit der Regierende Bürgermeister, Klaus Wowereit, 2010 zum Jahr der Integration erklärt hat, sollte klar sein, dass wir dringend etwas für Familien und Kinder mit Migrationshintergrund tun müssen“,  sagte Katrin Hentze weiter. Hier können die Elternkurse ein erster, wichtiger Schritt sein. Eine aktuelle Studie belegt: Nach dem Besuch der Starke Eltern – Starke Kinder ®“  Kurse begleiteten türkischsprachige Eltern ihre Kinder selbstbewusster im Lernalltag, belegten im Anschluss Deutschkurse und zeigten ein ruhigeres und klareres Verhalten gegenüber ihren Kindern. Daher passen die „Starke Eltern – Starke Kinder ®“ Kurse und das Stadtteilmütter-Projekt wunderbar zusammen.  Denn Ziel der Elternkurse ist es, schwierige Situationen im tagtäglichen Miteinander zu erkennen und zu entschärfen, damit aus harmlosen Streitereien keine ernsthaften Konflikte werden. Und die Kreuzberger Stadtteilmütter stoßen bei ihrer Arbeit mit Migranten-Familien rund um den Görlitzer Bahnhof zum großen Teil auf ähnliche Fragen, wie sie die Elternkurse des Kinderschutzbundes aufgreifen. Zum Beispiel: Wie bewältige ich den Familienalltag? Wie fördere ich meine Kinder? Wie erziehe ich meine Kinder gewaltfrei? Wie gehe ich mit den Themen „Gesundheit“ und „Sexualität“ um?

 
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